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Hebräische Klänge
3. SYMPHONIEKONZERT
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Freitag, 21. Oktober 2011
19:30, Kultur-Casino Bern, Grosser Saal
Mario Venzago, Dirigent
Alexander Kaganovsky, Violoncello
Ensemble Nikel
Herrenchor Stadttheater Bern
Robin Adams, Sprecher

Luigi Nono, 1924-1990
«Incontri» für 24 Spieler

Chaya Czernowin, *1957
„Zohar Iver“ (Blind radiance) für Ensemble und Orchester

Joseph Tal, 1910-2008
Symphonie Nr. 1

Ernest Bloch, 1880-1959
“Schelomo” – Hebräische Rhapsodie für Violoncello

Arnold Schönberg, 1874-1951
„A Survivor from Warsaw“ (Ein Überlebender aus Warschau)
für Sprecher, Männerchor und Orchester op. 46 

 
Ein Gesprächskonzert mit Chefdirigent Mario Venzago, der Sie lustvoll durch den Abend führt.

Im Programm dieses Konzertes ist Luigi Nono der einzige nichtjüdische Komponist. Aber durch die Heirat mit Nuria Schönberg, der Tochter Arnold Schönbergs, kam Nono in engen Kontakt zum Judentum und beschäftigte sich in einigen Werken mit entsprechenden Themen, so z.B. mit dem Holocaust in ‹Ricorda cosa ti hanno fatto in Auschwitz› (1965).
Besonderes Highlight dieses Konzert ist die Uraufführung des neuesten Werkes von Chaya Czernowin, die extra eine Komposition für das Orchester und das Ensemble Nikel verfasst hat. Die gefragte Komponistin steht für die junge Generation israelischer Musikschaffender, die ihren eigenen Weg zwischen Tradition und Avantgarde sucht. «Ich glaube, das Schönste, was es gibt, ist: in die innere Dunkelheit zu sehen (...) Das Lebendigste ist eben nicht das Glatte, nicht der Platz, an dem man sich sicher und geborgen fühlt, nicht der Ort, wo man locker träumen kann. Lebendigkeit finde ich in der Lebens Intensität, und diesen Platz will ich.», beschreibt Chaya Czernowin ihre Passion.
Sein Leben erfüllte ein Jahrhundert. 1910 im damals deutschen Westpolen geboren, 2008 in Jerusalem gestorben: Joseph Tal. Der 1934 aus Berlin nach Palästina vertriebene Hindemith-Schüler gilt als der bedeutendste Komponist Israels. In seiner musikalischen Sprache blieb er dem leidenschaftlichen Expressionismus seiner Jugendjahre treu, allerdings in sehr persönlicher Weise.
 Ernest Bloch, ein Amerikaner aus der Schweiz, hat sich immer wieder mit seiner jüdischen Abstammung beschäftigt und in «Schelomo» die ganze Schönheit ebenso wehmütiger wie lebenspraller hebräischer Melodik zum Klingen gebracht. Chaya Czernowin steht für die junge Generation israelischer Musikschaffender, die ihren eigenen Weg zwischen Tradition und Avantgarde sucht.
Arnold Schönberg hatte wie Tal das relative Glück, dem Holocaust durch Emigration entgehen zu können. Mitleidend und mitfühlend hat er mit dem «Überlebenden aus Warschau» ein strenges, hartes und eben dadurch tief berührendes musikalisches Memorial für das Grauen seiner Zeit geschaffen.


Mit freundlicher Unterstützung der

Warlomont-Anger-Stiftung

Vor dem Konzert - PROLOG
Konzerteinführung mit Chaya Czernowin, Walter Kläy und Ensemble Nikel sowie Studierenden der HKB

18h00, Kultur-Casino Bern, Grosser Saal